Der Auerhahn, vom Austerben bedroht

Der letzte Auerhahn am Hirschbichl ist tot !

(Ein Betrag von Dr. Hubert Kluger)

Die Population der zur Familie der Raufußhühner (Tetraonidae) gehörenden Auerhühner ist in Mitteleuropa stark gefährdet und steht deshalb auf der Roten Liste der in Deutschland vom Austerben bedrohten Vogelarten. Ein Grund für ihre Seltenheit ist ihr hoher Lebensraumanspruch. Sie bevorzugen naturnahe und ruhige Nadel- und Mischwälder.

Der Auerhahn ist sehr scheu und reagiert deshalb auf Störungen durch den Menschen durch Stress. Vor allem im Winter ist jedes Auffliegen des bis 86 cm größten Hühnervogels Europas sehr kräftezehrend und kann zum Verhungern führen. Deshalb sind seine Lebensräume insbesonders  im Winter streng geschützt, zumal er sich in Höhen von 1200m – 1600m aufhält. Er kann nur bergabwärts starten und muss dann nur zu Fuß wieder hoch durch den Schnee zurück zu seinem Schlafplatz.

Während der Balzzeit, die an meist den gleichen Balzplätzen stattfindet, verliert das Männchen seine Scheu und verteidigt aggressiv sein Revier.

Ich selbst war seit 3 Jahren während der Balzzeit des Auerhahns zur Zeit der Schneeschmelze auf der Suche im Heutal in Österreich und im Nationalpark Berchtesgaden.

Im April 2022 endlich hatte endlich das Glück, das sehr imposante Balzverhalten zu beobachten. Obwohl ich ungefähr seinen Balzplatz in der Nähe des Hirschbichl im Nationalpark Berchtesgaden kannte, kam er mir schon auf der Forststraße dorthin aggressiv entgegen. 

3 Tage besuchte ich ihn immer wieder und fotografierte ihn aus gebührender Entfernung. Er war alleine dort ohne Hennen, aber verteidigte seinen Balzplatz, zu dem auch die Forststraße gehörte, mit weit hörbarem Glucken und Radschlagen.

Aber genau das wurde ihm zum Verhängnis !

Da er jeden attackierte, der ihm auf dem Forstweg entgegenkam,

wurde er ein paar Tage später schwer verletzt aufgefunden und erlag seinen Verletzungen. Vermutlich hat ein Tourist ihn erschlagen.

So ist auch der letzte Auerhahn in dieser Region ausgestorben !

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